 Interpretation
einer NDVI-Karte


Landsat 7 vom 13.9.1999, NDVI-Karte,
50m Auflösung (also verkleinert) Mouseover
zeigt die Skizze
Bei dieser Interpretation geht
es ausschließlich um die Vitalität der Vegetation. Andere Aussagen
lässt die Karte nur indirekt zu.
Hier haben wir die NDVI-Karte (NIR-Rot/NIR+Rot)
von Landsat 7 am 13.9.1999. Das war ein Sonnentag im Frühherbst.
Es wurde berichtet, dass es vor dem Aufnahmezeitpunkt eine längere
Wärmeperiode gegeben hat. Die NDVI-Werte unter 0,38 zeigen
bei Vegetation an, dass die Vitalität fehlt, dass es sich um tote
oder ruhende pflanzliche Biomasse handelt. Seen, Steilhänge
ohne Vegetation, Moore, Ackerflächen (nur vereinzelt) und Siedlungen
zeigen gelbe bis braune Farben.
Die NDVI-Werte über 0,38 zeigen
aktive Biomasse an. Je höher der Wert, umso aktiver! Mit diesem
Indikator lassen sich Nadelwälder (hellgrün), Laubwälder (mittleres
Grün) und Wiesen (dunkelgrün) leicht unterscheiden. Maisfelder und
Wiesen lassen sich zu dieser Zeit nicht unterscheiden.
Es zeigt sich, dass die NDVI-Karte
zur alleinigen Interpretation einer Landschaft nicht ausreicht,
weil sie assoziativ nicht so leicht erfassbar ist. Im Alltag gilt
ja: je heller das Grün einer Pflanze, umso aktiver ist sie. Bei
der NDVI-Farbdarstellung ist das in den Grüntönen gerade umgekehrt.
Trotzdem ist die NDVI-Darstellung für Komposite eine hilfreiche
Ergänzung. Bei RGB=(321) hilft sie zu einer klaren Aussage zu den
Vegetationsverhältnissen, die im Echtfarbenbild nicht zu sehen ist,
weil das NIR als Informationsträger fehlt. Bei RGB=(543)
werden die Aussagen zur Vegetation im Komposit durch die NDVI-Karte
nur weiter differenziert, weil die Werteskalierung zur Vitalität
von Vegetation im Komposit fehlt.

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